Vertraute Fassade, exotische Hinterhöfe: Nach außen hin erweckt Singapur den Eindruck einer westlichen Großstadt, doch in den Seitenstraßen und Quartieren wandelt es immer noch zwischen chinesischer, indischer und malaiischer Kultur.
Auf den ersten Blick dominieren die Symbole westlichen Wohlstands: Wolkenkratzer, Glasfassaden, Shopping- und Entertainment-Center, Nobelkarossen vor einer Skyline aus dem Bilderbuch. Wenn man die Hauptstraßen verlässt, entdeckt man das andere Singapur, beispielsweise in Chinatown, Little India oder dem Arabischen Viertel, deren Trennung noch auf die britische Kolonialzeit zurückgeht.
Auch das normale Leben spiegelt sich hier noch wider - beim Krämer um die Ecke, im mit Garküchen überfüllten Hawker Center, im chinesischen Tempel, in der moslemischen Moschee, auf den quirligen Lebensmittelmärkten.
Allen Teilen Singapurs gemein ist die fast unheimliche Sauberkeit und Ordnung. Auf den westlichen Besucher mögen Reglementierungen wie das Verbot des Kaugummikauens befremdlich wirken, doch diese Form des Ordnungsdiktats lässt sich durchaus auf konfuzianische Traditionen zurückführen. So dokumentiert auch diese Ordnungswut letzten Endes nur einen Teil der ganz eigenen Seele Singapurs.
